Kategorie - Weiterbildung

WORKSHOP HARARE

EQUAL VOICES

DREHBUCH- UND FILMANALYSE ||| STORY- UND DREHBUCHENTWICKLUNG

Workshop von Tsitsi Dangarembga, Gabriele C. Sindler & Donat F. Keusch

HARARE | 12. bis 31. August | 2024

  1. Einführung

Der Equal Voices Script and Film Analysis ||| Story and Script Development Workshop bietet aufstrebenden Filmemacher*innen aus der ganzen Welt die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Erzählen und Dramatisieren von Geschichten für die Leinwand zu verbessern.
Im Einklang mit dem Ziel des Workshops, die Gleichberechtigung aller Stimmen zu fördern, werden afrikanische Frauen im Besonderen und Frauen im Allgemeinen ermutigt, sich zu bewerben.

Der von Tsitsi Dangarembga gegründete und geleitete ICAPA Trust hat in Zusammenarbeit mit dfk*films im November 2023 den ersten Workshop zur Entwicklung von Geschichten und Drehbüchern in Lagos veranstaltet. Der zweite Workshop findet im August 2024 in Harare statt.

Überall auf der Welt wird Geld für die Herstellung von Filmen verschwendet, die wegen ihrer unzureichend entwickelten Geschichte kein Publikum finden. Ein gutes Drehbuch spart Geld. Ein gutes Drehbuch findet die richtige Crew, die richtige Besetzung und die richtigen Geldgeber*innen.

Ein Problem von Filmschulen auf der ganzen Welt ist die Konzentration auf das Schreiben von Drehbüchen OHNE zuvor eine Geschichte seriös und vollständig entwickelt zu haben. Jeder erfolgreiche Film basiert auf einer vollständigen Geschichte, die professionell in einem Drehbuch adaptiert wurde.

Für den afrikanischen Kontinent stellte die Große Jury des Fespaco 2015 fest: „Wir möchten betonen, dass eine der größten Schwächen der Filme, die wir in diesem Jahr gesehen haben, beim Drehbuchschreiben lag, d. h. bei der Entwicklung der Geschichte. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Mittel speziell für die Entwicklung aufgebracht werden, um die Qualität der Drehbücher zu verbessern, bevor sie in Produktion gehen.“ Die FESPACO ist das größte und renommierteste Filmfestival des afrikanischen Kontinents. Es findet alle zwei Jahre in Ouagadougou, Burkina Faso, statt.

  1. Allgemeine Informationen

2.1 Lehr- und Lernziele

In diesem Workshop wird die professionelle Analyse von Filmen und Drehbüchern vermittelt und trainiert. Die Teilnehmer*innen lernen, Drehbücher auf Papier und auf der Leinwand zu lesen. Sie begreifen, dass ein Film viel mehr ist als seine Handlung und verstehen die psychologische Entwicklung, die die menschliche Grundlage jeder wirkungsvollen Erzählung ist. Die Teilnehmer*innen lernen die vielschichtigen Probleme kennen, mit denen Autor*innen und Berater*innen bei der Entwicklung eines Drehbuchs konfrontiert sind.

 

2.2 Zielgruppe

Der Workshop richtet sich an professionelle Filmschaffende. Dazu gehören Drehbuchautor*innen, Produzent*innen, Regisseure*innen, Dramaturg*innen, Editor*innen, Einkäufer*innen/Investor*innen/Weltvertriebe, Schauspieler*innen, Redakteur*innen, Berater*innen und Agent*innen im Filmbusiness…. Im Einklang mit dem Ziel des Workshops, die Gleichberechtigung aller Stimmen zu fördern, werden afrikanische Frauen im Besonderen und Frauen im Allgemeinen ermutigt, sich zu bewerben.

Die Teilnehmer*innen werden in zwei Kategorien zum Workshop zugelassen:

Teilnehmer*innen mit eigenen Projekten, maximal 8 Projekte, die jeweils von höchstens 2 Teammitgliedern vertreten werden, von denen einer der Autor oder die Autorin sein muss.

Teilnehmer*innen, die als Beobachter*innen zugelassen sind, ohne ein eigenes Projekt.

Die Arbeitssprache ist Englisch, gute Englischkenntnisse sind unerlässlich.

Voraussetzung für den Erhalt eines ZERTIFIKATS für Teilnehmer*innen mit einem Projekt ist die Anwesenheit während des gesamten Kurses sowie die Erfüllung der Aufgaben.

  1. Programm

Zur Vorbereitung auf den Workshop müssen die Teilnehmer*innen 5 Drehbücher lesen, die entsprechenden Filme studieren und Aufgaben bearbeiten.

Die ersten 12 Tage des Workshops bestehen aus der Sichtung erfolgreicher Filme und der Analyse dieser Filme im Hinblick auf die grundlegenden Aspekte des Drehbuchschreibens: Charaktere, Entwicklung, Bedürfnisse und Wünsche, Handlung, Struktur, Nebenhandlung, Setting, Rhythmus…

Bei den im Rahmen des Workshops vorgestellten Drehbüchern und Filmen handelt es sich um Klassiker und aktuelle Filmwerke. ICAPA Trust wird die Drehbücher und Aufgaben per E-Mail an die Teilnehmer*innen verschicken. Aktive Teilnehmer*innen mit eigenem Projekt bekommen Aufgaben gestellt, die sie in die Lage versetzen, die gewonnenen Erkenntnisse auf ihre eigenen Geschichten anzuwenden.

Alle Filme, die während des Workshops gezeigt werden, werden von den Tutor*innen live mit einer Voice-Over-Analyse präsentiert. Die Teilnehmer*innen erhalten Handouts zu allen wichtigen Aspekten des Kurses.

Die letzten sechs Tage sind für die Weiterentwicklung der individuellen Projekte reserviert, die regelmäßig mit den Lehrenden besprochen werden. Die 18 Tage dieses Workshops sind sehr intensiv.

 

Im Folgenden wird ein allgemeiner Überblick über den Unterricht gegeben. Ein detaillierter Zeitplan ist auf Anfrage bei ICAPA Trust erhältlich.

Woche 1:    DREHBUCH- UND FILMANALYSE

Die Teilnehmer*innen lernen, ein gutes Drehbuch für einen Kinofilm zu erkennen. Aber auch, Schwächen und Unzulänglichkeiten zu erkennen.

Die Grundelemente einer professionellen Drehbuchanalyse werden vorgestellt und trainiert:

Idee, Zeit & Raum, Story, Adaption, Substory, Plot, Subplot, Synopsis, Charaktere, Exposition, Themen, Archetypen, Mythen, Setting…

Story-Step-Outline, Originalität, Authentizität, Thema, Genre, Protagonist*in, Antagonist*in, aktive & passive Hauptfiguren, Empathie, Dialog, Mystery, Ironie…

Master-Scene-Script, Shooting Script, Storyboard, Struktur, Prämisse, Akt, Sequenz, Szene, Einstellung, Etablierung, Konflikt, Planting & Pay-off, Aftermath, Höhepunkt/Kulmination, Auflösung, Rückblende & Vorahnung, Universum, Gott, Universalität, Genre…

die Rolle der Produzent*innen, Autor*innen, Regisseur*innen, Verleiher*innen, Verkaufsagent*innen, Publikum, Investor*innen, Filmmärkte und Festivals, Auszeichnungen…

Woche 2:    STORY- UND DREHBUCHENTWICKLUNG

Die ausgewählten Projekte der Teilnehmer*innen werden mit Hilfe der Tutor*innen und ihrer Kolleg*nnen in Gruppentreffen sowie in Einzelgesprächen weiterentwickelt.

Für eine erfolgreiche Fortbildung sind Zeit und praktische Übungen unumgänglich. Die Teilnehmer*innen arbeiten während des Workshops kontinuierlich an ihren Projekten. Erfolgreiches Filmemachen ist ein Prozess der kollektiven Arbeit mit sehr unterschiedlichen Spezialist*innen. Die Chance, einen großartigen Film zu machen, ist größer, wenn das Kreativ-Team, die Crew und die Darsteller*innen gut und aufgeschlossen zusammenarbeiten.

Die Teilnehmer*innen der 8 bis 10 ausgewählten Projekte reichen ihre letzte Version des Drehbuchs 6 Wochen vor dem Workshop als WORD-Datei bei ICAPA Trust und bei den Tutor*innen ein. Außerdem reichen die Teilnehmer*innen eine 2- bis 3-seitige Version ihrer Geschichte/ihres Drehbuchs ein. Die Tutor*innen versorgen sie innerhalb von 3 Wochen mit Anmerkungen und Vorschlägen, die die unmittelbare Verbesserung ihrer Projekte unterstützen.

Alle Filme die im Workshop gezeigt und analysiert werden, sind auf die Projekte der Teilnehmer*innen abgestimmt, um Ideen und Lösungen für die Weiterentwicklung ihre eigenen Projekte zu finden.

Die folgenden Fragen werden behandelt und diskutiert:

Was sind die grundlegenden Strukturelemente einer dramatischen Geschichte und wie kann eine dynamische Struktur erarbeitet werden?

Wie kommt man zu dreidimensionalen Charakteren?

Wer könnte das potenzielle „Kinopublikum“ sein und von welchen wichtigen Story- und Drehbuchelementen hängt ein größerer Erfolg ab?

Welche Elemente sind wichtig für die Einschätzung des Marktpotentials?

Was ist die einzige wirkliche und wichtige Frage der Drehbuch- und Filmanalyse – und auch für das Schreiben einer Geschichte und eines Drehbuchs?

Woche 3:    KOLLABORATION mit dem IIFF

In der dritten Woche treffen sich die Teams der ausgewählten Projekte zu Einzelgesprächen. Die Teilnehmer*innen besuchen ausgewählte Veranstaltungen und Filmvorführungen des INTERNATIONAL IMAGES FILM FESTIVAL FOR WOMEN (IIFF). Sie nutzen ihre gewonnen Kenntnisse, um einige der Filme zu evaluieren. Dieses Wissen wird in Übungen gefestigt und getestet.

Das 2003 gegründete IIFF ist ein Festival, das jährlich in Harare, Simbabwe, vom ICAPA Trust veranstaltet wird. Das IIFF bietet ländlichen und städtischen Gemeinden eine Plattform für die Vorführung von Filmen, die das Engagement des Publikums, den Dialog und das demokratische Engagement fördern und anregen. Das IIFF findet jedes Jahr im August an mindestens vier Veranstaltungsorten statt und zeigt sechzig Filme aus der ganzen Welt zu einem ausgewählten Thema.

 

  1. Outputs und Ergebnisse

Outputs

  •     Neue Entwürfe von mindestens acht Filmprojekten
  •     Mindestens 12 afrikanische und europäische Filmschaffende, die in der Filmanalyse geschult wurden

Ergebnisse

  • Erweitertes Wissen über die Entwicklung von Filmgeschichten bei mindestens 12 europäischen und afrikanischen Filmemacher*innen
  • Vertiefte Kenntnisse in der Filmanalyse bei mindestens 12 europäischen und afrikanischen Filmemacher*innen
  • Potenzial für die Weitergabe des von den 12 europäischen und afrikanischen Teilnehmer*innen erworbenen Wissens an andere Filmemacher*innen, wodurch das jeweilige Filmschaffen in den Ländern der Teilnehmer*innen bereichert wird
  • erfolgreichere Filme, die in den Heimatländern der Teilnehmer*innen realisiert werden
  •  eine internationale Gemeinschaft von Drehbuchautor*innen und Dramaturg*innen, die sich gegenseitig professionell kritisieren können, um gemeinsam zu besseren Drehbüchern zu kommen.
  1. Fazit

Als Ergebnis dieses Workshops lernen die Teilnehmer*innen, wie eine professionelle Analyse eines Drehbuchs für einen Low-Budget- oder Big-Budget- oder High-Concept- oder sogenannten Arthouse-Film oder jede andere Art von Film durchgeführt werden sollte. Schreiben und Analyse werden klar voneinander getrennt. Die Teilnehmer*innen lernen, dass sie beim Schreiben Fehler machen dürfen – Schreiben ist harte Arbeit und, wie Billy Wilder sagte, „Elend“. Die Teilnehmer*innen lernen, dass sie mindestens 90% „Unsinn“ bzw Umwege schreiben müssen, um das zu erreichen, was sie wirklich darstellen wollen. Sie lernen, dass die meisten erfolgreichen Autor*innen für den Analyseprozess mit erfahrenen „Sparringpartner*innen“ zusammenarbeiten, um herauszufinden, was sie antreibt, ihre spezielle Geschichte und ihr Drehbuch getreu diesem Antrieb zu entwickeln. Schließlich soll der Workshop eine Gemeinschaft schaffen, in der die Teilnehmer*innen als Sparringspartner*innen füreinander fungieren.

Nach dem Workshop werden einige Projekte zur weiteren Bearbeitung ausgewählt. Jedes der ausgewählten Projekte wird die Möglichkeit haben, bis Ende Januar 2025 drei weitere Sitzungen mit den Tutor*innen per E-Mail und Zoomtreffen abzuhalten.

 

  1. Organisatorischer Hintergrund

Das Institute of Creative Arts for Progress in Africa (ICAPA Trust) befasst sich mit allen Aspekten der kreativen Kunst, einschließlich Ausbildung, Kunstunternehmertum und Produktion kreativer Kunstprodukte, die das Publikum fesseln, unterhalten und verändern, sowie mit Forschung und Veröffentlichungen. ICAPA fördert die Kreativität des Ausdrucks in allen Künsten und bringt sie in der Form der audiovisuellen Erzählung zusammen. Es fördert jene Kunstwerke, insbesondere in den mächtigen audiovisuellen Medien, die von einem starken Geist des Vertrauens und des Mutes durchdrungen sind, und das Wissen, wie dieses Vertrauen in die demokratische Entwicklung Afrikas eingebracht werden kann. ICAPA fördert neue Denkansätze, die einen sozialen Wandel in der gesamten Kreativwirtschaft bewirken.

dfk*script*service evakuierte bislang 3000 Drehbücher und setzt sich an Filmschulen und in Weiterbildungsprogrammen für die Verbesserung des Story- und Drehbuchschreibens ein. Erfahrungen aus Filmproduktion und -vertrieb sowie der Austausch mit Drehbuchspezialist*innen sind die Basis für unser erfolgreiches Drehbuchanalysesystem: die dfk*40-Steps-Methode.

dfk*films @ DIAGONALE 2024

Treffen wir uns in Graz?
04.03.-08.03.2024

Gabriele C. Sindler wird als Vorstandmitglied des Deutschen Drehbuchverbandes die  DIAGONALE – das Festival des österreichischen Films – in ihrer Geburtsstadt Graz besuchen.

 

Schwerpunkt der diesjährigen Diagonale Film Meetings:

KI und Drehbuch

Freitag, 5. April 2024 | 14.00–15.15

Thema Künstliche Intelligenz – Utopie | Dystopie

– Impuls Claudia Larcher (aus der Perspektive einer Filmkünstlerin)

– Worum geht’s bei KI in der Filmbranche? Was passiert gerade?
Auswirkungen ungeregelter KI auf Kunst und Gesellschaft.

E
ine Analyse von Matthias Hornschuh (Sprecher der Kreativen in der Initiative Urheberrecht DE)

KI im Filmbereich am Beispiel Drehbuch – notwendige Strategien aus europäischer Perspektive

David Kavanagh, Geschäftsführer der FSE (Federation of Screenwriters in Europe) und Lobbyist für EU-Angelegenheiten, gibt Einblick in die Verhandlungen und den aktuellen Stand des AI-Acts und wird die tiefgreifenden Auswirkungen auf die Drehbuch- und Kreative-Branche skizzieren. Gemeinsam mit zahlreichen internationalen Dachorganisationen setzt sich die FSE  für einen ausgewogenen AI-Act ein: es soll nicht nur die Entwicklung von KI gefördert werden, sondern der menschenzentrierte Ansatz für generative KI, der auf informierter Zustimmung, Transparenz, fairer Vergütung und Vertragspraktiken beruht, muss ein zentraler Aspekt des Gesetzes sein.

Samstag, 6. April 2024 | 9.00 – 13.00

Think Tanks & Connecting

Geschlossene Gruppe, Teilnahme auf Einladung

Think Tank Drehbuchforum & Drehbuchverband:
KI in der Stoffentwicklung – Einladung zum Dialog
Wie arbeiten wir im Zeitalter von KI zusammen? Chancen und Gefahren

Diskussion mit Inputs von Harald Karl (Spezialist für Urheberrecht, Mitglied der österreichischen Initiative für Urheberrecht), David Kavanagh (Federation of Screenwriters in Europe, Lobbyist AI ACT der EU), Gabriele C. Sindler (Vorstand Deutscher Drehbuchverband, Mitglied Drehbuchverband Austria und im Verband Film- & Fernsehdramaturgie), sowie Mitglieder des Drehbuchforum Wien, des Drehbuchverband Austria, Vertreter*innen der Regie-Verbände und Produzent*innen-Verbände sowie TV-Redakteur*innen und Vertreter*innen von Verwertungsgesellschaften und Förderstellen.

Tsitsi Dangarembga & Gabriele C. Sindler @ EFM | AfroBerlin

2024 organisiert Yanibes die erste Ausgabe von AfroBerlin – eine Plattform für zentrale Akteur*innen der Filmindustrie auf der wertvolle Informationen über das Wirken und das Marktpotential von afrikanischen und afrodiasporischen Filmschaffenden ausgetauscht werden.

>>>Mehr erfahren über AfroBerlin…

Tsitsi Dangarembga und Gabriele C. Sindler sprechen am 17.02.2024 über

Pan-Afrikanische Story | Drehbuch | Film Entwicklung für globales Publikum

Aspekte interkontinentaler und interkultureller Weiterbildung von Filmschaffenden

Die Welt braucht dringend Ideen, die die Menschheit voranbringen. Bislang haben afrikanische Filme wenig zu diesem Diskurs beigetragen. Wir alle werden davon profitieren, uns mit nicht-dominanten Vorstellungswelten auseinanderzusetzen, die in ihren Erzählungen enthalten sind.

Tsitsi Dangarembgas Institute of Creative Arts for Progress in Africa (ICAPA Trust) setzt sich seit 2009 für die Filmindustrie auf dem Afrikanischen Kontinent ein. Die Unterstützung von Frauen in der Filmbranche ist ihr ebenso wichtig wie die Verbreitung afrikanischer Geschichten und ihrer authentischen Erzählweise auf den großen Kinoleinwänden in aller Welt.

2023 hat Dangarembgas in Harare beheimateter ICAPA Trust eine panafrikanische Weiterbildungsreihe für weiblich dominierte Kreativ-Teams ins Leben gerufen. Der Auftaktworkshop in Lagos, Nigeria, wurde von Drehbuchexpert*innen der DFK FILMS | dfk*script*service ausgeführt, unter der Leitung von Gabriele Sindler. Die Teilnehmer*innen und ihre Projekte kamen aus Botswana, Kenia, Ruanda, Simbabwe, São Tomé und Príncipe, Côte d’Ivoire, Ägypten, Tansania und Nigeria.

Die Workshopreihe hat folgende Schwerpunkte:
– Entwicklung von Story & Charakteren
– Analyse von Drehbüchern & Filmen
– Exposé | Treatment & Script Writing
– Vom Drehbuch zur Film-Realisierung und Auswertung

Das Ziel der Weiterbildung von erfahrenen Filmemacher*innen ist die erfolgreiche Herstellung und internationale Auswertung von Spiel- und Dokumentarfilmen. Darüber hinaus werden die Teilnehmer*innen in die Lage versetzt, sich gegenseitig bei der Entwicklung und Herstellung zukünftiger Projekte professionell zu unterstützen. Lokal tief verwurzelte Geschichten sollen so erzählt werden, dass sie auf allen Kontinenten von vielen Menschen gesehen, verstanden und diskutiert werden.

Tstisi Dangarembga und Gabriele Sindler flankieren ihre praktischen Anstrengungen bei der Förderung und Entwicklung von afrikanischen Stories, Drehbüchern und Kinofilmen, indem sie ihre interkulturelle afrikanisch-europäische Zusammenarbeit systematisch und methodische analysieren.

ICAPA TRUST (SIMBABWE) FÖRDERT GLEICHSTELLUNG IN DER AFRIKANISCHEN FILMINDUSTRIE

Das Institute of Creative Arts for Progress in Africa (ICAPA) Trust veranstaltet einen zweiwöchigen Workshop zur Drehbuchentwicklung in Lagos, Nigeria. Der Workshop läuft von Ende Oktober bis Mitte November und wird von Donat Keusch und Gabriele Sindler von DFK FILMS | dfk*script*service geleitet.

Der Workshop ist ein Schulungsprogramm für das Erzählen von Geschichten für die Leinwand und richtet sich an afrikanische Drehbuchautorinnen, die ein spannendes Projekt in der Endphase der Entwicklung haben. Dieses Training wird teilweise von der Hawthorne Foundation finanziert. Gabriele Sindler und Donat Keusch gehören zu den führenden Drehbuchanalysten Europas. In wenigen Wochen werden sechzehn Drehbuchautorinnen aus Afrika von ihrem Fachwissen profitieren.

–> Detailed Program Workshop Lagos, Nigeria 2023 (English)

Tsitsi Dangarembga, Founding Director, ICAPA Trust

 

Tsitsi Dangarembga, die Gründerin des ICAPA Trust und eine der Pionierinnen des schwarzen Filmemacherinnen auf dem afrikanischen Kontinent, lernte Donat Keusch in den 1990er Jahren während ihres Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) kennen. Keusch war gebeten worden, Dangarembga bei einem Drehbuch, das sie damals schrieb, zu beraten. Die beiden haben sich kürzlich wiedergetroffen und arbeiten nun gemeinsam mit Sindler an mehreren Projekten. Zu diesen Projekten gehören neben einer Reihe von Spielfilmen auch Initiativen zum Aufbau vonder Filmindustrie auf dem afrikanischen Kontinent. Die Programme richten sich an Frauen, die in einem afrikanischen Land leben, eine Gruppe, die in der afrikanischen Film- und Fernsehindustrie traditionell marginalisiert ist.

Auch auf dem afrikanischen Kontinent kommt die Entwicklung von Drehbüchern oft zu kurz, weil es an finanziellen Mitteln und Ausbildungsmöglichkeiten mangelt. Dabei ist die Drehbuchentwicklung der wohl wichtigste Teil der Filmentwicklung. Keusch rät, dass ein Arbeits-Treatment 60 oder mehr Seiten lang sein kann, wobei jede Handlung lebhaft vorgestellt und mit allen fünf Sinnen beschrieben wird. Am Ende des Arbeitsprozesses umfasst die Endfassung eines professionellen Treatments für einen normalen Spielfilm etwa 30 bis 50 Seiten, geschrieben in Prosa ohne Dialog oder bestenfalls mit indirekter Rede. Das Schreiben des Drehbuchs geht schneller, wenn die Geschichte und die Figuren gut entwickelt sind und die meisten filmischen Lösungen entworfen sind. Andere Aspekte des Drehbuchschreibens wie der Aufbau von Szenen und Dialogen lassen sich dann viel leichter umsetzen.

Auf die Ausschreibung der ICAPA für den Workshop in Lagos gingen 93 Bewerbungen aus 24 Ländern ein. Diese Resonanz zeigt, dass es auf dem afrikanischen Kontinent einen großen Bedarf für derartige Ausbildungsmaßnahmen gibt. Die eingegangenen Geschichten reichten von ugandischer Science-Fiction bis zum tansanischen experimentellen Coming-of-Age-Film. Der ICAPA Trust geht davon aus, dass mehrere Filme aus dem diesjährigen Workshop in die Produktion gehen werden, da der Trust ein spezielles Vehikel für Produktionen einrichtet, die aus seinen Schulungsaktivitäten hervorgehen.

Bei einem fünfstelligen Workshop-Budget und Produktionsbudgets zwischen einer Viertelmillion und vier Millionen US-Dollar muss diese Art von Arbeit unterstützt werden. Der ICAPA Trust sammelt derzeit Spenden für seine anderen Aktivitäten zum Kapazitätsaufbau. Der Trust hat über seine beiden Partner Chapel and York und CAF America den Status einer 501 (c) (3).

Spenden über Chapel und York können über diesen  Link unter Angabe der folgenden Daten getätigt werden – Account Name: Institute of Creative Arts for Progress in Africa (ICAPA) Trust, Account No: CHAPEL906, Service: US Foundation Affiliate

Wenn Sie über CAF America spenden möchten, laden Sie bitte das Formular hier herunter und füllen es aus. Wenn Sie das Formular ausgefüllt haben, schicken Sie es zusammen mit Ihrer Spende an die auf dem Formular angegebene Adresse und geben Sie als Organisation, die Sie mit Ihrer Spende unterstützen möchten, The Institute of Creative Arts for Progress in Africa (ICAPA) Trust an.

Der ICAPA Trust und seine zahlreichen Begünstigten sind Ihnen für Ihre Spende sehr dankbar. Für weitere Informationen über die Initiativen des Trusts zum Aufbau von Kapazitäten und zur Produktion in Afrika wenden Sie sich bitte an info@icapatrust.com.